Liebe Gabi du hast ja ursprünglich in CRM Customizing gearbeitet und bist dann zu uns nach Baden in die Kanzlei gewechselt. Ich kann mich noch erinnern, unser erstes Kennenlernen war in Wien. Du wolltest ursprünglich in Wien im Front Office tätig werden. Gabi ist hereingekommen, wir haben uns unterhalten und ich habe gewusst, die Gabi will ich haben. Du hast damals schon diese humorvolle Art gehabt, warst sehr professionell und ich war der Meinung, dass du uns sehr gut ergänzen wirst. Du hast dann Gott sei Dank zugesagt, bei uns in Baden tätig zu werden. Erzähle mal aus deiner Sicht, wie war es für dich in einem völlig neuen Bereich anzufangen und eigentlich auch spät noch was ganz Neues zu lernen?
Danke einmal, dass ihr mit mir dieses Interview macht. Für mich war es schwierig, als ich mit 55 meinen Job im Customer Service verloren habe, indem ich 26 Jahre gearbeitet habe. Dann war die Corona-Zeit und für mich war es dann nicht einfach etwas Neues zu finden. Dann hab ich gesehen, dass ARTUS jemanden im Office Management sucht. Da hab ich gedacht, OK, gut, das ist mal ganz etwas Neues, ich probier es aus. Und ich muss sagen, als ich damals bei ARTUS mit dir das Gespräch hatte, Simone, es war so herzlich und positiv, dass ich mich irgendwie sofort wohlgefühlt habe. Und ich habe mich auch wahnsinnig gefreut, als du mich dann angerufen hast und mir angeboten hast, dass ich in Baden anfangen kann. Zu dem Zeitpunkt wusste ich ja noch gar nicht, dass in Baden auch eine Stelle frei ist.
Die hatten wir damals auch so in der Form nicht offen. Die wurde dann so umfangreich für dich kreiert 🙂
Welche Erfahrungen oder Fähigkeiten aus deinem früheren Beruf konntest du denn hier besonders gut einbringen?
Für das Front Office hat mir meine Zeit im CRM sehr geholfen, da ich ja mit Kunden gearbeitet hab, also direkten Kontakt hatte und ich merke schon immer, dass es sehr gut ankommt, wenn Kunden reinkommen und jemanden sehen mit einem freundlichen Gesicht oder ein paar netten Worten. Einfach, wenn man mit ihnen nett redet.
Und die Steuerberatungskanzlei warst du der Steuerberatung also der Branche gegenüber positiv – negativ eingestellt, hat dich etwas überrascht?
Nein, nein, also negativ auf keinen Fall, sonst hätte ich mich ja nicht beworben. Und ich habe mir einfach gedacht, ich würde mich freuen, wenn eine Kanzlei mich nehmen würde, weil ich ja komplett was anderes gemacht habe, Customer Service. Die Einstellung war aber positiv.
Wie war denn für dich der Einstieg bei uns? Es war ja inhaltlich etwas komplett anders als das, was du zuvor jahrzehntelang gemacht hast. Wie hast du denn den Einstieg und den Umstieg bei uns erlebt?
Gut, muss ich sagen, sehr gut, weil es war ja so, dass ich gut geschult worden bin und jeden Tag etwas dazu gelernt habe. Man ist nicht von Anfang an überfordert worden mit allem. Ich habe immer gewusst, ich kann jemanden fragen. Es waren immer Leute für mich da, die ich fragen konnte. Man wurde nicht alleine gelassen, das Team war wirklich für einen da und deswegen war es eigentlich einfach alles zu lernen. Auch wenn es etwas komplett Neues war, aber es war immer interessant. Ich bin jeden Abend nach Hause gegangen und war stolz, dass ich wieder was Neues gelernt habe.
Du bist ja ein unglaublich positiver und herzlicher Mensch, kommst auch so rüber mit deiner gesamten Art und Weise. Ich glaub, da braucht man auch ein entsprechendes Mindset dafür. Welches Mindset würdest du denn Leuten empfehlen, die in ein neues Umfeld kommen, so wie du, ganz neu, neue Bereiche kennenlernt, wie würdest du die Vorgehensweise empfehlen?
Ich würde sagen, sei offen und sei bereit, immer etwas Neues zu lernen. Nur nicht sagen: ‚Ok, das hab ich nie gemacht, das kann ich nicht.‘ Also, nicht von vornherein schon sagen: ‚Das kann ich nicht.‘ Wenn man etwas nicht probiert hat, kann man nicht sagen: ‚Ich kann es nicht.‘ Probiere es, wenn es das erste Mal nicht funktioniert, beim zweiten Mal klappt es vielleicht. Also, immer offen sein für alles.
Du hast dich damals, das ist jetzt 4 Jahre her, sehr schnell und gut in ein bestehendes Team eingefügt. Was war denn aus deiner Sicht entscheidend dafür, dass das so gut und schnell funktioniert hat?
Ja, einmal, dass ich offen bin, dass ich etwas Neues lernen wollte, dass ich geschult worden bin. Und mein Ding ist immer, ich hinterfrage oft Dinge. Ich mach nicht einfach etwas, sondern ich muss es verstehen. Ich kann sonst nicht einfach etwas hinausschicken, wenn ich es nicht verstehe. Also immer hinterfragen. Was ich auch gemacht habe, ich hab mir angewöhnt, dass ich strukturiert arbeite, so wie ich vorher gearbeitet habe, damit ich besser zurechtkomme. Weil es ist doch der Tag, sind so viele verschiedene Dinge, die einströmen auf einen. Deshalb hab ich mir angewöhnt, mir Sachen aufzuschreiben oder nach einer Liste zu arbeiten.
Du bist jetzt nicht mehr allzu lange bei uns. Wir müssen uns ja leider, ich sag das jetzt mal so in diesem Rahmen, Ende nächsten Jahres von dir verabschieden, weil du in den wohlverdienten Ruhestand gehst. Dich zu ersetzen wird schwierig werden, die Fußstapfen sind sehr groß, aber wenn du jetzt bisschen erzählst, was auf die Person zukommt, die dann deine Nachfolge übernehmen wird, damit sie sich ein bisschen ein Bild davon auch machen kann, wie der Kanzleialltag ausschaut im Front Office, im Back Office. Kannst du da ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und ein bisschen auch erzählen, wie es so ist?
Ja, also wir sind Mädchen für alles. Also, wie man so schön sagt, wir schauen, dass die Kanzlei, dass alles in Ordnung ist. Wir nehmen Unterlagen von Klienten entgegen, und leiten diese weiter. Wir machen den Posteingang, Postausgang, Telefonate natürlich, die Terminvereinbarungen. Wir schicken Unterlagen raus. Wir haben FinanzOnline, um Bescheide vorzubereiten. Es sind so vielfältige Aufgaben, die wir machen, dass es schwierig aufzuzählen ist, was alles gemacht wird. Also, es ist kein Tag wie der andere, aber immer interessant.
Das Bild der Arbeit beim Steuerberater hat sich wohl in den letzten Jahren schon sehr gedreht. Es ist jetzt nicht mehr ganz so das verstaubte Image. Wie hast du das wahrgenommen?
Genau gut, dass du das jetzt so sagst. Oft haben Klienten schon zu mir gesagt: „Was, das macht ihr auch?“ Also, viele wissen gar nicht, was ein Steuerberater macht, so wie du gesagt hast, verstaubt. Also, ich bin selber immer überrascht, was wir alles machen, mit welchem Service wir Klienten eigentlich bedienen.
Worüber sind denn die Klienten so überrascht, hast ein paar Beispiele?
Zum Beispiel machen wir auch Überweisungen für Klienten, also dass diese mit Zahlungssachen nichts zu tun haben. Wir haben sehr viel Influencer zum Beispiel. Das ist ganz was Neues jetzt. Und ich glaube, das ist gut, dass wir so gut aufgestellt sind mit vielen jungen Leuten, die wir haben, die wirklich wissen, wie man diese Influencer berät und was diese alles brauchen. Und das ist auch etwas, das nichts mit dem alten Klischee des Steuerberaters zu tun hat. Also wir haben sehr viele junge Leute und Klienten.
Wenn du jetzt zurückblickst die letzten Jahre bei ARTUS, was nimmst du aus dieser Zeit für dich mit, beruflich und auch persönlich?
Eine aufregende, schöne Zeit mit vielen lieben Mitarbeitern, Kollegen, ein schönes Miteinander, ein guter Umgang, ein guter Umgangston, was für mich immer sehr wichtig war. Ja, einfach eine aufregende Zeit, muss ich sagen.
Liebe Gabi, vielen Dank für deine Offenheit und deine Einblicke. Es ist schön zu hören, wie du deinen beruflichen Neustart erlebt hast und was du in den letzten Jahren bei ARTUS eingebracht hast. Danke für das Gespräch.
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