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Einkommensabhängiges oder pauschales Kinderbetreuungsgeld: Welche Variante ist für Selbstständige sinnvoll?

Schwangerschaft & Karenz
date icon 26. August 2026

Für selbstständige Unternehmerinnen stellt sich während der Schwangerschaft häufig die Frage, welche Form des Kinderbetreuungsgeldes die bessere Wahl ist. Die Entscheidung hat nicht nur Auswirkungen auf die Höhe der Leistungen, sondern auch auf die Unternehmensplanung, die Sozialversicherung und die weitere Erwerbstätigkeit.

Grundsätzlich stehen in Österreich zwei Modelle zur Verfügung:

  • das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld
  • das Kinderbetreuungsgeld-Konto (pauschales Kinderbetreuungsgeld)

Welche Variante sinnvoller ist, hängt von Ihrer persönlichen und unternehmerischen Situation ab.

Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld

Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld dient als Ersatz für wegfallendes Erwerbseinkommen und bietet eine höhere monatliche Leistung als das Kinderbetreuungsgeld-Konto.

Allerdings müssen dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Insbesondere muss in den letzten 182 Kalendertagen vor der Geburt grundsätzlich eine durchgehende kranken- und pensionsversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit vorgelegen haben. Zudem sind während des Bezugs bestimmte Zuverdienstgrenzen einzuhalten.

Diese Variante kann insbesondere dann interessant sein, wenn:

  • vor der Geburt stabile Einkünfte erzielt wurden,
  • eine raschere Rückkehr ins Unternehmen geplant ist,
  • die Voraussetzungen für den Bezug erfüllt werden.

Das Kinderbetreuungsgeld-Konto

Beim Kinderbetreuungsgeld-Konto steht ein fixer Gesamtbetrag zur Verfügung, der flexibel auf einen längeren oder kürzeren Zeitraum aufgeteilt werden kann.

Für viele Selbstständige bietet dieses Modell mehr Flexibilität, insbesondere wenn die weitere Entwicklung des Unternehmens noch schwer abschätzbar ist oder eine längere Betreuungsphase geplant wird.

Das Konto-Modell kann daher sinnvoll sein, wenn:

  • die Einkünfte stark schwanken,
  • eine längere berufliche Auszeit geplant ist,
  • eine schrittweise Rückkehr ins Unternehmen erfolgen soll.

Warum Selbstständige besonders genau planen sollten

Während Arbeitnehmerinnen oft relativ konstante Einkünfte erzielen, sind die Einkünfte von Unternehmerinnen häufig Schwankungen unterworfen.

Vor der Entscheidung sollten daher insbesondere folgende Fragen geklärt werden:

  • Ist eine Weiterarbeit während des Bezugs geplant?
  • Wie entwickeln sich Umsätze und Gewinne voraussichtlich?
  • Besteht eine GmbH-Struktur?
  • Werden Geschäftsführerbezüge ausbezahlt?
  • Sind Gewinnausschüttungen geplant?

Gerade bei GmbH-Geschäftsführerinnen sollte die persönliche Einkommenssituation gesondert betrachtet werden. Die Gewinne der GmbH und die Einkünfte der Geschäftsführerin sind nicht automatisch identisch.

Zuverdienstgrenzen nicht unterschätzen

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Auswirkungen einer laufenden selbstständigen Tätigkeit während des Bezugs zu unterschätzen.

Bei Selbstständigen werden für die Beurteilung der Zuverdienstgrenzen nicht nur die steuerlichen Einkünfte betrachtet. Auch sozialversicherungsrechtliche Besonderheiten können bei der Berechnung eine Rolle spielen. Dadurch kommt es immer wieder zu unerwarteten Rückforderungen.

Wer plant, während des Bezugs weiterhin Aufträge anzunehmen oder das Unternehmen aktiv weiterzuführen, sollte die Auswirkungen daher vorab prüfen lassen.

Frühzeitig planen statt später korrigieren

In unserer Beratung zeigt sich regelmäßig, dass viele Unternehmerinnen die Entscheidung erst kurz vor der Geburt treffen.

Dabei können wichtige Weichen bereits Monate zuvor gestellt werden. Eine frühzeitige Planung ermöglicht es,

  • die passende Variante auszuwählen,
  • die Unternehmensstruktur zu berücksichtigen,
  • mögliche Zuverdienstgrenzen im Blick zu behalten,
  • finanzielle Überraschungen zu vermeiden.

Unsere Empfehlung

Ob das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld oder das Kinderbetreuungsgeld-Konto die bessere Wahl ist, lässt sich nicht pauschal beantworten.

Entscheidend sind unter anderem die Einkommenssituation vor der Geburt, die geplante Erwerbstätigkeit während des Bezugs, die Unternehmensstruktur sowie die langfristige Planung von Familie und Unternehmen.

Sie sind selbstständig oder Geschäftsführerin einer GmbH und erwarten ein Kind? Gerne unterstützen wir Sie bei der Planung rund um Kinderbetreuungsgeld, Sozialversicherung und steuerliche Auswirkungen. Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Beratungstermin, damit alle Gestaltungsmöglichkeiten berücksichtigt werden können.

Ihre ARTUS-Berater:innen stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite (info@artus.at).

Paula Timofte Nahaufnahme
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Wir beraten Sie gerne zu diesem Thema unter info@artus.at

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